Teipei Teil 2

von Kathrin

Shoppen lässt sich hier nicht nur gut in der Mall, sondern auch in Ximending. Das ist das hippe, bunte, lauteste und lebendigste Zentrum für Jugendkultur, Mode und Nachtleben und wird angeblich oft als „Shibuya von Taipeh“ bezeichnet. Nun waren wir noch nie in Tokyo, aber leer hätten wir uns das nicht vorgestellt

und so leer ist es natürlich nicht

und je später es wird desto voller ist es hier

Aber auch bei Tageslicht gibt es Wunderliches das wir schon beinahe normal finden.

Hunde werden hier häufig wie Familienmitglieder oder besser wie Kinder behandelt und wir haben bisher deutlich mehr Hunde- als Kinderwagen gesehen. Gesehen und letztlich gefunden haben wir auch den ersten Secondhand-Laden

damit Ida nicht mehr nur shoppen sondern auch thriften kann. Mit Not können wir Benjamin davon abhalten sich ein Prada-Hemd, einen Balanciaga Pulli und ein Supreme Shirt zu ziehen. Wir rufen ihm das Packmaß in Erinnerung und können so Schlimmeres verhindern. Dann spült uns der Regen 

in einen TGI Fridays. Diese Kette kenne ich bisher nur aus amerikanischen Serien und doch ja, Burger können die! Auf frischgespülten Straßen

treten wir den Heimweg an und freuen uns schon auf morgen, denn da gibt es Kunst. Und zwar im MOCA Taipei

dem ersten Museums Taiwans, das sich ausschließlich mit zeitgenössischer Kunst befasst. Ein Teil der Ausstellung widmet sich dem Thema Erinnerung. Ein Werk visualisiert die Frage wie unterschiedlich diese in Bezug auf ein Ereignis sein kann und welche Ebenen sich in ihr verbergen. In zwei Räumen wurde das gelungen in Szene gesetzt.

Es läuft ein Film, mit sehr reduzierten Bildern, in dem eine junge Frau eine Erinnerung aus ihrer Kindheit erzählt. In dem Raum hinter der Projektionsfläche, durch die man durchsehen kann, ist seitlich ein kleiner Tisch mit Schreibunterlagen. Auf dem Bild sitzt dort gerade eine Austellungsbesucherin und schreibt. Das wird dann auch auf die Projektionsfläche übertragen und der eigentliche Film damit ergänzt. Die Bilder der Erinnerung verändern sich.

Wieder draußen in der Sonne schlendern wir durch das angrenzende Viertel und lernen, nicht nur im Museum ist Videoprojektion große Kunst auch Werbeflächen von LKWS gibt es in digital

Das nebeneinander von Buntblinkendem und Althergebrachtem

zieht sich durch die ganze Stadt und wir können uns an den ganzen kleinen Läden 

und leuchtenden Straßen

gar nicht sattsehen und landen schließlich noch in einem sehr sympathischen Craft-Beer-Laden bei uns um die Ecke. Hier gibt es neben Benajmins neuem Lieblings IPA Taihu (das heißt wohl taiwanesischer Tiger) auch Ayinger. Da wir das aber schon kennen probieren wir uns doch lieber durch die lokalen Sorten

und staunen über die Radios und die laminierten Bögen, die verteilt werden

Wir verstehen, dass der Besitzer hier eine Radio-Diskussions-Show veranstaltet. Die Gäste dürfen Themen von dem Blatt wählen, die dann besprochen, live gesendet und dann noch irgendwie gerankt werden. Leider alles auf chinesisch. Mit Google Übersezter können wir zumindest einige Themen entziffern, scheint alles dabei zu sein von ernsthaften Fragen bis zu purem Nonsens. Schade, dass unser chinesisch, trotz eines mutmachenden Youtube-Videos des Tenors ist eigentlich gar nicht so schwer, nach wie vor unterirdisch ist.

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