Teipei Teil 1

von Kathrin

Ich kann nur noch die Hälfte lesen und an den Ohren scheine ich es auch zu haben, ich höre deutschen Schlager. Herzlich Willkommen in Taipei! Nach 6 Stunden in einer Air Asia Maschine die, das ist auch zu uns durchgedrungen, zu teures und wenig schmackhaftes Essen feil bietet landen wir als erstes in dieser Bäckerei

Unsere Mitreisenden sind mit der Situation übrigens etwas anders verfahren und haben das kulinarische Angebot des Flughafen in KL genutzt, das tatsächlich nicht so überteuert daher kommt wie anderswo und haben sich ihr Essen mit ins Flugzeug genommen. Anhand der Menge und Größe der Müllbeutel mit denen die Flugbegleiterinnen immer mal wieder durch die Gänge gezogen sind scheint das die gängige Praxis zu sein. Wir sind auch gestärkt und treten die Fahrt in die City an. Dafür holen wir uns als erstes eine easycard mit der wir gemütlich die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen können. Erstes Highlight: Wir dürfen aus verschiedenen Designs wählen. Ida und ich haben jetzt schicke Moomin-Karten, Benjamin hat sich für eine Manga-Figur entschieden, die wir alle nicht kennen, die ihm aber irgendwie ähnlich sieht. Mit dem AirPort Express, der viel Raum für Gepäck bietet

fahren wir durch das grüne Outback von Taipei. Die Lage der Stadt ist wirklich einmalig schön. Die Berge und Hügel reichen direkt an die Stadt heran (siehe Titelbild!) und die Vegetation ist keine Mono-Kokos-Plantage sondern scheint abwechslungsreich. Natur steht natürlich auch auf unserem Zettel, aber erstmal wollen wir die Stadt erkunden. Wir beginnen mit der Chiang Kai-Shek-Gedächtnisstätte

Ursprünglich zur Verherrlichung des autoritären Herrschers Chiang Kai-Shrek errichtet hat sich die Bedeutung des Ortes seit seiner Eröffnung 1980 radikal verändert und symbolisiert heute Taiwans bemerkenswerten Wandel von einer Militärdiktatur zu einer der freiesten Demokratien Asiens. So fanden auf dem Platz vor der Halle 

die historischen Massenproteste, wie die der Wild-Lilien-Studentenbewegung 1990 statt, die den Weg zu freien Wahlen ebneten. Der Platz wurde 2007 auch offiziell in Liberty-Square umbenannt. Im Untergeschoss der Gedenkstätte findet sich auch eine sehenswerte Ausstellung die nicht mehr wie ursprünglich konzeptioniert Chiangs Leben huldigt, sondern die Epoche des „weißen Terrors“ und den Weg Taiwans zur Demokratie eindrücklich aufzeigt. Auch Bilder vom Fall der Berliner Mauer sind zu sehen und animieren zu angeregten Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte. Und dass Demokratien schützenswert sind wird noch einmal mit einer ganz eigenen Dringlichkeit vermittelt. Dabei ist die Umgestaltung des Ortes noch nicht abgeschlossen. So wird zum Beispiel über den Verbleib der riesigen Statue Chiangs bis hin zu Plänen die gesamte Halle architektonisch umzugestalten aktuell diskutiert.

Wenig Raum für architektonische Diskussionen gibt es bei unserem nächsten Ziel, dem Taipei 101. Mit 508 Meter und dem schicken Bambus-Design 

war er von 2004 bis 2010 das höchste Gebäude der Welt. Mit dem Hochgeschwindigkeitsaufzug rasen wir mit bis zu 60 km/h in nur 37 Sekunden in den 89. Stock auf die Aussichtsplattform und genießen die Aussicht

und sind von der goldenen Kugel fasziniert 

die im Inneren hängt und mit 660 Tonnen das Gebäude bei Taifunen und Erdbeben stabilisiert. Weiter unten findet sich noch eine Shopping Mall

wo sich die Zeit bis zum Abendessen, das heute aus kleinen Probierhäppchen des kulinarischen Taiwans besteht

noch sinnvoll nutzen lässt.

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