Bevor es mit der Squishies-Jagd weitergeht nutzen wir das gute Wetter am nächsten morgen und machen uns auf zum Elephant Mountain. Schließlich wollten wir auch ein wenig die sagenhafte Natur, in die Taipei eingebettet ist genießen und die beginnt quasi mitten in der Stadt. Eine kurze U-Bahn Fahrt später sind wir im Park

In dem sich, wahrscheinlich tageszeitbedingt, hauptsächlich Rentner fit halten. An fest installierten Geräten oder auf einem der Basketballfelder. Da liegt auch ein herrenloser Ball mit dem Ida und ich ein bisschen dribbeln und Körbe werfen. Der blaue Ball da drüben scheint noch etwas besser, als der den wir gerade schon haben. Ida hebt den Ball auf schaut skeptisch und schon eilt einer der älteren Herren herbei und leiht uns seinen. Sehr freundlich! Wir spielen noch ein bisschen und unterhalten uns kurz mit unserem neuen Basketballbuddie, der hat noch einen Tipp für uns parat. Einen Shortcut zum Gipfel. Also eine Abkürzung. Die nehmen wir. Xièxiè! Allein der Weg ist gigantisch schön und gesäumt von tropischem Urwald

Oben dann der gigantische Ausblick auf die Skyline und Taipei 101

und auf die andere Seite ins weite hügelige Land

Eigentlich war der Plan von unserem kleinen Walk direkt weiter in ein noch nicht erkundetes Viertel zu ziehen und dann auf dem Shilin Nightmarket die Squischie-Jagd fortzusetzen. Als wir wieder unten ankommen schreiben wir diesen Plan schnell ab. Wir sind klatschnass. Nein, es hat nicht zu Regnen begonnen und nein wir sind auch nicht in einen See gefallen. Aber zum Bergaufgeh-Schweiß kommt die Luftfeuchtigkeit dazu, mit der wir Schritt für Schritt verschmolzen sind. Ich bin die Luftfeuchtigkeit die Luftfeuchtigkeit ist ich murmele ich vor mich hin, während Ida bei Mückenstich 26 frustriert aufhört zu zählen und Benjamin den nächsten Familiy Mart ausmacht, damit wir auf dem Weg zur MRT Station nicht noch kurz verdursten. Nach der feuchtesten U-Bahn Fahrt aller Zeiten machen wir uns im Hotel frisch und beschließen direkt zum Nightmarket zu fahren. Der öffnet um 16 Uhr, aber los ist da noch nix. Im unterirdischen Foodcourt

haben schon ein paar Stände geöffnet und wir testen die dortigen Dumplings, Hühnchen süßsauer, Schwein in Knoblauch mit Sojasoße und a small cake in a large cake. Letzteres ist eine echte Überraschung, bei der ein in fettgebackenes crunchiges rundes Teil zerdroschen wird, dann mit Geschmackszutaten wie Curry oder Kokos gemischt und in einen dünnen Pfannkuchen gewickelt wird. Oben kehrt auch langsam Leben ein

Statt eines Squishies finden wir hier allerdings nur einen Tempel

und noch mehr Köstlichkeiten

Aber wir lassen uns nicht ablenken und beschließen noch einem zweiten Nightmarket einen Besuch abzustatten. Aber auch auf dem Ningxia Market dreht sich alles um kulinarische Köstlichkeiten

und in den angrenzenden Läden finden wir zwar einen Squishie, aber auch dieser ist nur mittels Glücksspiel zu gewinnen. Es ist wie verhext. Selbst im Mega Bookstore

den wir am nächsten Tag noch besuchen gibt es zwar eine Slimefabrik im Kinderbereich,

aber weit und breit keine Squishies. Dann kauf ich jetzt halt noch einen Smiski verkündet Ida und damit ist das Thema erledigt, Ende aus. Gut so, ich will noch einen Bubble Tea, schließlich wurde der hier erfunden und die Tapioka Perlen werden frisch gekocht

Dann zieht es zu

aber wir sind gerüstet, haben unsere Schirme längst immer dabei und können die fancy ultralight Teile inzwischen auch einigermaßen unfallfrei aus- und wieder einklappen (das ist echt gar nicht so einfach!). Wir schwimmen zum Abschluss noch zum Japaner um die Ecke. Dort werden die Fische lebend aus dem Aquarium gezogen, weiterer Schwerpunkt scheint auf dem Thema Bier zu liegen

Ich scheitere, wahrscheinlich zum vorerst letzten mal, an einer Gemüsebestellung. Die nette Kellnerin spricht nur chinesisch und Google Übersetzer meint ihre handgeschriebene Botschaft lautet „hohe Scheibe“ also nicke ich freundlich und bekomme nur Terriaky-Huhn auf Reis. Auch gut. Das beste hier sind eh die sich schnell füllende Tische

und der damit ansteigende Geräuschpegel. Die Wirststube im Bratwurstglöckl ist ein Schweige-Retreat dagegen. So schwelgen wir ein bisschen mit in dieser offensichtlichen Lebensfreude, versuchen uns einen Reim auf die Bananenstaude am Nebentisch zu machen

wärmen uns draußen im Regen nochmal auf und vermissen das tropische Klima schon mal prophylaktisch. Ehrlich, trotz nasser T-Shirts nach einer halben Stunde bergauf, ist das Klima hier wirklich großartig. Ebenso wie der super pünktliche, ultra günstige und Massen bewegende öffentliche Nahverkehr. Samt Moomin-Karte mit der ich auch beim Bäcker zahlen kann. Ja, das würde ich morgen alles gerne mit einpacken bevor ich Zàjiàn sage und es so meine.
