Ticket to ride – Liverpool

von Kathrin

Nach einem unsererseits Indoor-Frühstück noch in Manchester bei dem wir weitere Einblicke in die grundlegende englische Haltung „Es ist Sonmer egal was das Thermometer sagt und ich sitze draußen zur Not mit Mütze“ erhalten

machen wir uns auf zum Bahnhof wo wir wiederholt auf ein weiteres Fashion Phänomen stoßen 

Cowboy Stiefel sind hier der letzte Schrei und wie Benjamin im Zug von seinem Sitznachbar Ash erfährt gibt es einen guten Grund für all die fancy rausgeputzten Menschen: In Liverpool ist Party. Er selbst will auf einen Rave aber egal worauf man steht, in Liverpool wird gefeiert. So fahren wir also mit jeder Menge feierwütigen Mancunians am Freitag in den Hotspot Liverpool. Während Benjamin diese Information schon hat wundere ich mich noch über zwei Damen die in meiner Nähe sitzen. Eine von beiden mit Lockenwicklern. Ja, Lockenwickler. Die große Version davon einer oben mittig die anderen strategisch gestuft angeordnet. Beide Damen sitzen sich an einem Vierertisch schräg gegenüber. Kenn sich nicht aber wechseln kurz ein paar Worte als sie ihr ihr jeweiliges Makeup Sortiment vor sich ausbreiten. Mit diesem ließe sich locker ein mittelgroßer Superdrug oder Boost, die britischen Versionen von dm und Rossman, bestücken. Dann wird grundiert, geblendet, geblusht, gehighlightet und gesonstwas bis der Zug in Liverpool Lime Street einfährt und ich leicht verstört aussteige. Die Party-Info von Ash fühlt sich im ersten Augenblick an wie eine Erklärung, aber auch nur im ersten. Aber los ist hier tatsächlich einiges

und in den überdachten Outdoor-Areas

wummert schon der Beat. Wir schlendern aber erstmal zu den Docks

wo sich vor alter Pracht Neues erhebt und daneben immer noch der Backstein steht

Und weil Liverpool nicht nur heute noch der zweitgrößte Exporthafen Großbritanniens ist sondern auch musikhistorische Bedeutung hat dürfen diese Herren hier nicht fehlen

Ja, ich bin wild entschlossen auf den Spuren der Fab 4 zu wandeln. Ich habe einen Plan. Ich bin willens 5 Pfund pro Nase Eintritt für die erste Auftrittslocation den Cavern Club zu bezahlen. Habe mich innerlich darauf vorbereitet, dass dort ein mittelmäßige Coverband in Dauerschleife die nach Volksmeinung größten Hits durchnudeln wird und es sicher voll ist. Aber, hey es sind die Beatles und ich bin wirklich wirklich wild entschlossen allen möglichen Tourischmarren zu ertragen! So pilgern wir durch das abwechslungsreiche Liverpool erstmal hier durch

daran vorbei

lassen uns hiervon nicht ablenken 

okay es war auch kein Platz frei aber trotzdem, wir sind tapfer an diesem zauberhaften Szenario vorbeimarschiert und widerstanden auch diesem einladenden warm welcome

und dann sind wir da

Ich könnte jetzt einfach behaupten, Google ist falsch und der Cavern Club war nicht da, wo er hätte sein sollen, oder wir haben ihn schlicht nicht gesehen, weil zu viele Menschen davor standen oder auch die Straße war zu verstopft, wir sind nicht reingekommen. Aber die Wahrheit ist: Ich will da nicht rein. 

Das sind nicht „meine“ Beatles und nein das ist auch kein place an den ich mich remembern will. Vor allem will ich kein Teil dieser, hm, jetzt fehlen mir ein wenig die Worte, daher nenne ich es mal Fangemeinde, sein. Und ganz ganz sicher möchte ich nicht mit dieser „Fangemeinde“ samt ihrer Restpromille, die ungefähr dem gesamten Italienerwochende der Wiesn entsprechen dürften, mit dem Magical Mystery Bus durch Liverpool gondeln. God thanks habe ich noch keine Tickets gekauft! Man muss zugeben können, wenn man sich geirrt hat: Ich irrte! Zum Glück habe ich eine patente Reisegruppe an meiner Seite, die klug genug war mich das selbst rausfinden zu lassen. Zur Belohnung gibt es ein feines Pale Ale in beschaulichem Ambiente

und morgen mehr davon.

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